„unbekannt verkannt“

Wer ist das große Fragezeichen? Die Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss lüftet am 15. Juli das Geheimnis um einen unbekannten Werderaner Künstler

Da lebte Einer in der kleinstädtischen Gemeinschaft der Stadt Werder (Havel) und arbeitete künstlerisch still vor sich. Erst nach seinem Tod im Jahr 2018 wird bekannt, was da geschaffen wurde.

„Ich werde oft gebeten, Nachlässe zu begutachten. Das mache ich stets mit großer Skepsis, denn es kommt kaum vor, dass ein in sich schlüssiger Bestand darunter ist“, erinnert sich der Kurator der Stadtgalerie Frank W. Weber. „Deshalb war ich mit Vorbehalt begeistert, als ich eine E-Mail erhielt, ob ich mir wieder einmal Bilder von einem Unbekannten ansehen könnte.“

Als er die Bilder gesehen hatte, habe es ihn umgehauen. In einem kleinen Keller lagerten sage und schreibe über 600 Arbeiten. „Die Arbeiten zeigen einen sicheren Umgang mit dem künstlerischen Medium. Hier war einer am Werk, der sich durch seine ausdauernde Arbeit selbst schulte und nach Lösungen suchte“, so Frank W. Weber.

Der Künstler sei in der Lage gewesen, sein Werk kritisch zu bewerten und daraus Schlussfolgerungen für künftige Arbeiten zu ziehen. „Da er seine Werke in den seltensten Fällen selbst betitelte, bleibt uns einiges verborgen. Dadurch kann sich der Betrachter vorurteilsfrei den Werken widmen“, so der Kurator.

Es war klar, diese Arbeiten müssen an die Öffentlichkeit, dass Gesamtwerk verdiene unbedingte Beachtung. Die Ausstellung in der Stadtgalerie Kunst-Geschoss ist ein Anfang auf lokaler Ebene, in der Wahlheimatstadt des Künstlers, Werder (Havel). Eine späte, aber wohlverdiente Ehrung für das Schaffen des noch Unbekannten.

Wer hinter dem noch großen Fragezeichen steckt und mehr zur Person ist ab Mittwoch, 15. Juli, um 19 Uhr bei der Eröffnung der Ausstellung erfahren. Auf Grund der Pandemie-Regelungen wird auf Abstand, sowie Nasen- und Mundmaskenpflicht hingewiesen. Die Besucher der Eröffnung müssen sich außerdem in eine Anwesenheitsliste eintragen.

 

 

Werder (Havel), 7.07.2020